Die vielen Aufgaben eines professionellen Texters und Werbetexters

Ein professioneller Texter hat viel mehr Aufgaben, als viele denken. Das Texten selbst nimmt nur einen Bruchteil der Zeit ein. Zum Texten gehören auch Tätigkeiten wie Kontakt, Briefing, Recherchen, Denken, Rebriefing, Texten und Korrigieren.

Ein Großteil der Zeit beschäftigt sich ein professioneller Texter damit, Kunden, Markt, Produkt und Dienstleistung zu verstehen. Besonders deutlich wird dies vielleicht bei der Imagebroschüre für ein Berliner Laserunternehmen, die ich in den letzten Wochen texten durfte.

Alles begann mit einer freundlichen E-Mail. In dieser E-Mail befand sich die Anfrage, ob ich Zeit und Lust habe, Teil eines Projekts zu werden. Dabei ging es zunächst darum, eine Imagebroschüre für ein Berliner Laser-Unternehmen zu texten. Dieses erfolgreiche und traditionelle High-Tech-Unternehmen hatte noch nie eine Image-Broschüre.

Ich legte ein Texter Angebot vor – mit Stundensatz, Tagessatz – und einigen Einschätzungen hinsichtlich der verschiedenen Arbeitsschritte. Ich bekam den Zuschlag – und es ging los.

Texter Briefing

Der erste Arbeitstag war ein Interviewtag. Der Geschäftsführer und verschiedene Führungskräfte beantworteten meine Fragen. Ein erster Unternehmensrundgang komplettierte diesen Tag.

Warum dieser Aufwand? Natürlich ging es darum, das Unternehmen, seine Protagonisten, seine Produkte und seine Dienstleistungen kennenzulernen. Denn: Ein professioneller Texter kann nur texten, wenn er verstanden hat, was sein Auftraggeber macht.

Für den Kunden ist dies natürlich kein Problem: Er steckt bis zu den Ohren in seiner Materie – kennt sich aus, wie kein anderer. Und das schon seit Jahrzehnten. Ein Kunde, der viel über sich erzählen kann, ist ein guter Kunde. Das erleichtert dem Texter die Arbeit.

Texter Rebriefing

Im nächsten Schritt verarbeitete ich die gewonnenen Erkenntnisse in einer Rebriefing-Präsentation. Diese erstellte ich mit Powerpoint – und präsentierte sie erneut im Unternehmen. Dabei stellte sich heraus, dass es noch immer Klärungsbedarf gibt.

Das ist allerdings nicht weiter verwunderlich, weil es sich hier ja um ein absolutes High-Tech-Unternehmen handelt. Da ich nicht gerade eine Leuchte in Physik war, war hier auch nicht sehr hilfreich. Aber es gab auch Unklarheiten im Hinblick auf die Darstellung das Leistungsspektrum des Unternehmens.

Texten

Das alles konnte geklärt werden. So konnte ich mich ans Werk machen – und begann mit dem Texten. Ich textete den Text für die Imagebroschüre – führte die Korrekturen aus. Dann ging der Text zum Designer. Dieser gestaltete die Imagebroschüre. Und die erste Imagebroschüre dieses Unternehmens war fertig.

Anhand dieser kurzen Schilderung des gesamten Prozesses wird wohl klar, dass ein professioneller Texter viel mehr macht, als nur auf seiner Tastatur herumzutippen. Hier einige Schritte auf dem Weg zur neuen Imagebroschüre eines Berliner Laserunternehmens:

1.      Kontakt

2.      Briefinggespräche

3.      Eigene Recherchen

4.      Rebriefing-Präsentation und –Gespräche

5.      Ideenfindung

6.      Texten

7.      Korrekturen

Damit wird übrigens auch klar, warum diese Textarbeit niemals mit einem Preis pro Wort bezahlt werden kann. Denn es gibt einen Haufen Arbeit, der mit dem Texten an sich nichts zu tun hat. Dazu kommt natürlich, dass eine Imagebroschüre meistens relativ wenig Text enthält.

Wenig Text zu schreiben, Dinge einzudampfen und zu komprimieren ist auch eine wichtige Arbeit eines professionellen Texters. Das kostet extrem viel Zeit. Auch hier kann ein Extrem-Beispiel helfen.

Wenn es z.B. darum geht, einen neuen Produktnamen zu entwickeln, besteht das Ergebnis der Textarbeit aus einem einzigen Wort. Ein Preis-pro-Wort geht überhaupt nicht. Genauso wenig bei einem Claim – oder einem Werbebrief. Also immer dann, wenn es darum geht, durchdachte, wirksame und intelligente Lösungen für die Werbung zu finden.